Die Presse über den Skulpturenführer:

Westfälische Nachrichten 15.05.07 / Auszug
(Wo Kunst steht und wo sie verschwand)

Münster. Mit einer solchen Resonanz hatte Guido Froese nicht gerechnet. Ein Aufruf bei den Kommunen im Münsterland, und schon landeten 500 Einsendungen bei ihm im Kulturbüro der Aktion Münsterland. "Da war aber auch jede Dorfbronze mitaufgelistet", frotzelte Froese gestern. Diese wird vergeblich suchen, wer dieser Tage den druckfrischen "Skulpturenführer Münsterland" in den Händen hält. Beispiele für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum findet man in dem Kompendium dagegen zuhauf.

Vor etwa drei Jahren, so verriet Jürgen Hoffstädt, Vorstandsmitglied der Aktion Münsterland, bei der Präsentation, sei die Idee entstanden, die Existenz von Skulpturen in der Region durch eine Broschüre ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. Zumal das Münsterland mit seiner ernormen Dichte an Skulpturen eine herausragende Stellung in Deutschland einnehme, wie Hans-Ulrich Frank, Geschäftsführer der Aktion Münsterland hervorhob. "Ein Alleinstellungsmerkmal, auf das man stolz sein kann."

Die Broschüre soll mehrere Aufgaben übernehmen. Sie soll Vorgeschmack auf die Ausstellung "Skulptur-Projekte" in Münster sein, die im Juni beginnt. Sie soll zudem Münsterland-Touristen, die die Region per Fahrrad oder motorisiert erkunden, Kunstrouten an die Hand geben. Immerhin, so Froese, habe das Land NRW in den vergangenen zehn Jahren mit Zuschüssen in Höhe von 5,5 Millionen Euro dazu beigetragen, das Thema "Skulptur und Natur" zum zentralen Kunstprofil der Region werden zu lassen. Froese versteht das 60-seitige, vom Land geförderte Heft aber auch als "Mahnung" - an jene Kommunen in der Region, die zwar Zuschüsse für Kunstprojekte einstrichen, diese aber allzu flott wieder aus dem Blickfeld des Bürgers entfernten. Wer da gemeint ist? Nun, wer die Seiten für den Kreis Coesfeld aufschlägt findet magere vier Einträge. Keine davon verweist auf die Biennale 1999 - weil kein Kunstwerk davon mehr anzutreffen ist. Der Kreis Borken dagegen steht mit den Zeugen seiner Biennale 2005 fast vollständig da. Allerdings wurden zwei Werke jüngst von Vandalen beschädigt. Ein Grund mehr, so Hoffstädt, sich "der Werte zu erinnern, die man mit den Skulpturen hat".